Auf einen Blick
- El Capricho entstand zwischen 1883 und 1885 nach Plänen von Gaudí und ist heute für Besucher geöffnet.
- Der Palacio de Sobrellano, die Kapelle mit dem Pantheon und die Universität prägen das Ortsbild.
- Der Strand liegt mitten im Ort, wilder ist es im Naturpark Oyambre zwischen Comillas und San Vicente de la Barquera.
- Comillas steht für Architektur um 1900 am Meer, Santillana del Mar für ein mittelalterliches Dorf ohne Strand.
Warum Comillas anders aussieht als seine Nachbarn
Comillas liegt im Westen Kantabriens direkt an der Küste. Laut Turismo de Cantabria ist der Ort mittelalterlichen Ursprungs, wurde aber erst ab der Mitte des 17. Jahrhunderts wichtig. Seinen heutigen Charakter verdankt er dem späten 19. Jahrhundert und vor allem dem Vermögen von Antonio López, dem ersten Marqués de Comillas.
Laut Gemeinde holte er im Sommer 1881 König Alfonso XII. zur Sommerfrische nach Comillas. Danach verbrachte auch der Adel hier den Sommer und mit ihm kamen katalanische Architekten des Modernisme. So entstand in einem kleinen kantabrischen Küstenort ein Ensemble, das man eher in Barcelona erwarten würde. Die Gemeinde nennt Comillas außerdem die Villa de los Obispos, weil fünf hier geborene Geistliche später Bischöfe wurden.
El Capricho von Gaudí
El Capricho ist der Grund, warum viele nach Comillas kommen. Laut Turismo de Cantabria entstand das Haus zwischen 1883 und 1885. Den Auftrag gab Máximo Díaz, ein Verwandter des ersten Marqués. Ausgeführt hat den Bau der Architekt Cristóbal Cascante Colón nach dem Entwurf von Antoni Gaudí. Das Haus gehört zu Gaudís frühen Werken, entstanden lange bevor er seinen bekannten späten Stil entwickelte.
Das regionale Tourismusportal ordnet den Stil als eklektisch und modernistisch ein, mit Anklängen an den Mudéjar-Stil und der Idee eines orientalischen Palastes. Auffällig sind die Keramikbänder mit Sonnenblumen an den Fassaden und der schlanke runde Turm, der aus dem Hauptbau aufsteigt. Laut Gemeinde wurde El Capricho 1969 als historisch-künstlerisches Denkmal geschützt. Wer Gaudí nur aus Barcelona kennt sieht hier, wo seine Ideen ihren Anfang nahmen.
So läuft der Besuch
El Capricho ist für Besucher geöffnet. Tickets gibt es online oder an der Kasse, für Führungen empfiehlt sich laut Turismo de Cantabria die Online-Buchung. Die Öffnungszeiten ändern sich mit der Jahreszeit, im Sommer ist abends am längsten geöffnet, im Winter schließt das Haus am späten Nachmittag. Am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. und 6. Januar bleibt es geschlossen. Für den Rundgang empfiehlt das Portal etwa eine halbe Stunde.
Unser tipp: Kombiniere den Besuch mit einem Spaziergang durch den Ort. El Capricho ist schnell gesehen, die Wirkung entsteht erst im Zusammenspiel mit den anderen Bauten.
Palacio de Sobrellano und die Kapelle mit Pantheon
Zum Erbe der Familie López gehört der Palacio de Sobrellano. Laut Gemeinde steht er auf dem Gelände des früheren Wohnsitzes des Marqués. Laut Turismo de Cantabria wurde er von 1881 bis 1890 nach Plänen des katalanischen Architekten Joan Martorell errichtet, im Stil der Neugotik. Die Gemeinde weist darauf hin, dass einige Möbel von Gaudí entworfen wurden.
Zum Ensemble gehört die Kapelle mit dem Pantheon der Marqueses de Comillas, die laut regionalem Portal zwischen 1878 und 1881 entstand, ebenfalls neugotisch und ebenfalls von Martorell. Auch hier stammt die Einrichtung von Gaudí. Im Inneren stehen Grabmäler aus Marmor, an denen Bildhauer wie Vallmitjana und Llimona gearbeitet haben. Wer sich für die Familie hinter dem ganzen Ort interessiert findet hier den Schlüssel.
Die Universität und weitere Bauten
Vom Westen her überragt die Universidad Pontificia den Ort. Den Bau entwarf ebenfalls Martorell, an der Ausstattung waren laut Turismo de Cantabria unter anderem Lluís Domènech i Montaner, Josep Llimona und Eduard Llorens beteiligt. Die Gemeinde nennt die Ornamente und den Eingang des Geländes als Werk von Domènech. Schon von unten aus dem Ort wirkt das Gebäude fast wie eine kleine Stadt für sich.
Weitere Spuren des Modernisme verteilen sich über das Zentrum. Den Brunnen auf der Plaza de los Tres Caños schuf Domènech i Montaner im Jahr 1899. Das Denkmal für den Marqués, ebenfalls von 1899, entwarfen Cascante und Domènech. Am Friedhof stammt das Portal von Domènech. Darüber wacht ein Engel des Bildhauers Llimona, der auf die Ruinen eines alten gotischen Klosters blickt. Der friedhof ist einer der stimmungsvollsten Orte in Comillas.
Abends trifft sich der Ort laut Gemeinde an der Plaza del Corro de Campíos, wo im Sommer Bars und Restaurants voll sind. Gleich daneben liegen das rathaus und die Pfarrkirche San Cristóbal aus dem 17. Jahrhundert.
Strand von Comillas und Naturpark Oyambre
Anders als Santillana liegt Comillas direkt am Meer. Der Strand befindet sich laut Gemeinde mitten im Ort, hat feinen goldenen Sand und ist mit allen üblichen Einrichtungen ausgestattet. An der Küste rund um den Ort nennt die Gemeinde Tauchen, Segeln, Windsurfen und die traditionellen Ruderregatten der Traineras. Von den Klippen aus wird geangelt.
Wilder wird es im Naturpark Oyambre, der sich zwischen Comillas und San Vicente de la Barquera erstreckt. Laut Gemeinde umfasst er 57 Quadratkilometer mit Klippen, Stränden, Dünen, Flussmündungen und Salzwiesen. Der Strand von Oyambre gilt als einer der am besten erhaltenen der Region, dazu kommt der Strand von Merón. Beide sind groß und naturbelassen. In den Mündungen und Marschen leben viele Vogelarten, im Hinterland liegt der Wald Monte Corona. Badeschuhe brauchst du an den Sandstränden nicht, eine Jacke für den Wind aber oft.
Surfen hat an der kantabrischen Küste eine lange Tradition. Welche Strände die offiziellen Portale ausdrücklich für Einsteiger empfehlen, liest du in unserem Beitrag zum Surfen in Spanien. Prüfe vor Ort immer die Flaggen und frag in einer Schule nach den Bedingungen des Tages.
Comillas oder Santillana del Mar?
Die beiden Orte liegen nicht weit voneinander und werden oft zusammen besucht. Trotzdem lohnt sich der unterschied. Comillas ist ein Ort des späten 19. Jahrhunderts, mit Palästen, Universität und Gaudí, dazu Strand und Naturpark vor der Tür. Santillana ist ein mittelalterliches Dorf aus Stein im Landesinneren, berühmt für seine Stiftskirche und die Nähe zur Höhle von Altamira.
Wenn du nur einen Ort schaffst entscheide nach Interesse. Architektur um 1900 und ein Bad im Meer sprechen für Comillas. Romanik und Steinzeitkunst sprechen für Santillana. Alles zum zweiten Ort steht auf unserer Seite über Santillana del Mar und Altamira.
Anreise und Unterkunft
Comillas ist klein und hat keinen großen Verkehrsknoten. Am flexibelsten bist du mit dem Auto, gerade wenn du Comillas mit Santillana, Oyambre oder den Picos de Europa verbinden willst. Was du bei der Buchung vor Ort beachten solltest, fasst unser Leitfaden zum Mietwagen zusammen. Wer in Santander wohnt macht aus Comillas einen Tagesausflug. Wie die Stadt als Standort funktioniert, steht auf unserer Seite über Santander.
Wer bleiben möchte findet im Ort Hotels, Apartments und Pensionen, die Gemeinde listet außerdem Herbergen und Posadas. Im Sommer ist Comillas gut besucht, dann solltest du früh buchen. Außerhalb der saison ist es deutlich ruhiger. Ein Vorschlag von mySpanien: Plane den Vormittag für El Capricho und Sobrellano, den Nachmittag für den Strand oder Oyambre und den Abend für die Plaza.
Häufige Fragen zu Comillas
Wie lange dauert der Besuch in El Capricho?
Das regionale Tourismusportal empfiehlt etwa 30 Minuten. Mit Führung kann es etwas länger dauern, plane also lieber eine Stunde ein.
Muss ich Tickets für El Capricho vorab kaufen?
Nicht zwingend, es gibt auch eine Kasse vor Ort. Für Führungen und im Sommer ist die Online-Buchung aber sinnvoll.
Hat Comillas einen Strand?
Ja, mitten im Ort. Naturbelassener sind die Strände Oyambre und Merón im Naturpark westlich von Comillas.
Lassen sich Comillas und Santillana an einem Tag verbinden?
Ja, die Orte liegen nicht weit auseinander. Entspannter ist es aber, jedem einen eigenen halben Tag zu geben.
Comillas ist ein ungewöhnlicher Ort, an dem Gaudí, katalanische Architektur und kantabrische Küste zusammenkommen. Weitere Ziele der Region findest du in unserer Übersicht über Kantabrien.

