Auf einen Blick
- Drei Basen: Palma, Sóller und der Norden um Pollença oder Alcúdia, so packst du nur zweimal die Koffer.
- Die Bergstraße Ma-10 durch die Serra de Tramuntana ist landschaftlich der Höhepunkt, aber langsam zu fahren.
- Die Zufahrt zum Cap de Formentor ist im Sommer tagsüber für Privatautos gesperrt, dann nimmst du den Bus.
- Für den Südosten mit seinen Buchten gibt es eine Variante mit anderer dritter Basis.
Die Idee hinter der Route
Diese Route ist kein Programm, das du abarbeiten musst. Sie ist ein Gerüst mit drei Übernachtungsbasen, von denen aus du jeweils kurze Fahrten unternimmst. So musst du nur zweimal umziehen und hast trotzdem drei sehr unterschiedliche Seiten der Insel gesehen: die Stadt Palma, die Berge und Dörfer der Serra de Tramuntana und die weiten Buchten im Norden. Der Südosten mit seinen Calas ist als Variante beschrieben, denn wer alles in eine Woche packt, verbringt die meiste Zeit hinter dem Lenkrad.
Unser Mallorca-Roadtrip setzt auf entspannte Etappen statt auf möglichst viele Punkte auf der Karte. Die Route eignet sich vor allem für Frühjahr und Herbst. Im Hochsommer funktioniert sie auch, dann solltest du Besichtigungen auf den Morgen legen und für jeden Tag einen Badestopp einplanen. Kilometer und Fahrzeiten nennen wir bewusst nicht als feste Werte. Sie hängen von Verkehr, Baustellen, Parkplatzsuche und deinem Tempo ab. Für die eigentliche Navigation nutzt du am besten eine aktuelle Karten-App.
Die sieben Tage im Überblick
| Tag | Etappe | Schwerpunkt | Übernachtung |
|---|---|---|---|
| 1 | Ankunft in Palma | Altstadt am Abend, Hafenpromenade | Palma |
| 2 | Palma ohne Auto | Kathedrale, Altstadtgassen, Markt, Stadtstrand | Palma |
| 3 | Palma nach Sóller über die Westküste | Bergstraße Ma-10, Valldemossa, Deià | Sóller |
| 4 | Rund um Sóller | Tram zum Hafen, Wanderung, Bergdorf Fornalutx | Sóller |
| 5 | Sóller in den Norden | Ma-10 über Lluc, Pollença | Pollença oder Alcúdia |
| 6 | Formentor und Alcúdia | Halbinsel per Bus oder früh am Morgen, Altstadt Alcúdia | Pollença oder Alcúdia |
| 7 | Durch das Inselinnere zurück | Landstädte, Rückgabe des Mietwagens | Abreise |
Tag 1 und 2: Ankommen in Palma
Der Flughafen liegt am Stadtrand von Palma, deshalb beginnt die Route hier. Für die ersten zwei Tage brauchst du kein Auto. Viele Reisende holen den Mietwagen deshalb erst am dritten Tag ab, das spart Parkgebühren und stress in der Altstadt. Prüfe ob dein Vermieter eine Station in der Stadt hat oder ob du dafür noch einmal zum Flughafen musst.
Am ersten Abend reicht ein spaziergang durch die Altstadt und am Hafen entlang. Der zweite Tag gehört der Stadt: die Kathedrale La Seu, der Almudaina-Palast gegenüber, die Gassen dahinter, ein Markt und vielleicht ein paar Stunden am Stadtstrand. Wenn du lieber mehr Zeit für die Berge hättest, kannst du Palma auch auf einen Tag verkürzen. Ausführliche Tipps zu Vierteln und Sehenswertem stehen in unserem Beitrag über Palma als Städtetrip.
Tag 3 und 4: Die Serra de Tramuntana und Sóller
Am dritten Tag holst du den Mietwagen ab und fährst über die Westküste nach Sóller. Die Straße Ma-10 führt durch die Serra de Tramuntana, ein Gebirge, das zum UNESCO-Welterbe gehört. Sie ist eng, kurvig und bietet viele Aussichtspunkte. Plane deshalb deutlich mehr Zeit ein, als die Entfernung vermuten lässt. Unterwegs lohnen sich Stopps in Valldemossa mit seinem Kloster und in Deià, das sich an einen Hang über dem Meer schmiegt. Parkplätze sind in beiden Orten knapp, morgens findest du leichter einen.
Sóller liegt in einem Tal voller Zitrus- und Olivenbäume. Hier wohnst du für zwei Nächte, entweder im Ort selbst oder im Hafen Port de Sóller. Am vierten Tag kannst du das auto stehen lassen. Eine Straßenbahn verbindet Sóller mit dem Hafen und für eine Wanderung bieten sich Wege in die umliegenden Berge und zum Bergdorf Fornalutx an. Wer Lust auf Bahnfahren hat, nimmt den historischen Zug nach Palma, der hier seit 1912 verkehrt und fährt mit dem Bus zurück.

Mehr zum Ort und seinem Hafen findest du auf unserer Seite über Port de Sóller zwischen Bergen und Meer. Für längere Touren lies vorher unseren Ratgeber zum Wandern auf Mallorca.
Tag 5 und 6: Der Norden um Pollença und Alcúdia
Am fünften Tag geht es weiter auf der Ma-10 nach Nordosten. Die Strecke führt durch die höchsten Teile des Gebirges, vorbei an Stauseen und zum Kloster Lluc, einem traditionellen Pilgerort. Danach senkt sich die Straße Richtung Pollença. Als dritte Basis eignen sich Pollença mit seiner Altstadt, Port de Pollença an der Bucht oder Alcúdia. Wer abends lieber durch Gassen schlendert wohnt in einer der Altstädte, wer morgens direkt an den Strand will, an der Küste.
Der sechste Tag gehört der Halbinsel Formentor und Alcúdia. Die Straße zum Leuchtturm am Cap de Formentor ist in der Sommersaison seit einigen Jahren tagsüber für Privatautos gesperrt. Dann fährt ein Bus der TIB von Alcúdia und Port de Pollença zum Leuchtturm. Den genauen Zeitraum und die Uhrzeiten legt die Inselverwaltung jedes Jahr neu fest, prüfe sie also vor deiner Reise. Am Nachmittag kannst du die Altstadt von Alcúdia mit ihrer mittelalterlichen Mauer besuchen oder einen der langen Sandstrände im Norden genießen. Hintergründe stehen in unserem Beitrag über Alcúdia zwischen Altstadt und Strand.
Tag 7: Durch das Inselinnere zurück
Für den Rückweg zum Flughafen bietet sich das Inselinnere an. Statt auf der schnellsten Strecke zu fahren, kannst du durch Landstädte wie Sineu, Petra oder Inca fahren und noch einen Kaffee auf einer Plaza trinken. Hier siehst du ein Mallorca, das viele Strandurlauber nie kennenlernen: Felder, Windmühlen, Steinmauern und Kirchen, die über den Dächern stehen.
Plane für die Rückgabe des Mietwagens genug Puffer ein. Tanke rechtzeitig wenn dein Vertrag eine volle Rückgabe verlangt und mach fotos vom Fahrzeug. Bei einem frühen Rückflug ist es oft entspannter, die letzte Nacht in Flughafennähe oder in Palma zu verbringen.
Varianten für andere Pläne
Variante Südosten statt Norden
Wer lieber kleine Buchten als lange Strände mag tauscht die dritte Basis. Nach Sóller fährst du am fünften Tag quer über die Insel in den Südosten, etwa nach Santanyí oder in die Gegend um Cala d’Or. Von dort erreichst du den Naturpark Mondragó, Cala Figuera und die Calas der Ostküste. Diese Etappe ist länger und führt größtenteils über Landstraßen, das Gebirge siehst du dann nur bis Sóller. Hinweise zur Gegend findest du auf unserer Seite über Cala d’Or und den Südosten.
Variante für fünf Tage
Mit weniger Zeit streichst du einen Palma-Tag und den Tag im Inselinneren. Dann bleiben zwei Nächte in Sóller und zwei im Norden. Die Rückfahrt zum Flughafen erfolgt über die Schnellstraße durch die Inselmitte.
Bei Hitze oder Regen
An heißen Tagen verschiebst du Besichtigungen auf den Morgen, verbringst die Mittagsstunden im Schatten oder im Wasser und fährst erst am späten Nachmittag weiter. Bei Regen ist die Ma-10 wenig reizvoll, weil Wolken die Aussicht verhängen. Dann bieten sich Palma, Museen, Märkte und Orte im Inselinneren an. Nach starkem Regen solltest du Wanderungen durch Schluchten und Bachbetten meiden und Wetterwarnungen von AEMET beachten.
Praktische Tipps für den Roadtrip
Ein kleines Auto ist auf Mallorca fast immer die bessere wahl. Die Straßen in den Bergen sind schmal, Parkplätze in den Dörfern eng. Kläre vor der Buchung, welche Versicherung enthalten ist, wie hoch die Kaution ausfällt und welche Tankregel gilt. Laut Europäischer Union gibt es für Mietwagen kein allgemeines Widerrufsrecht, es gelten die Bedingungen des Vermieters. Unser Ratgeber zu Mietwagen in Spanien erklärt die Begriffe.
Achte in Orten und an Stränden auf Parkregeln. Blaue Markierungen stehen in Spanien meist für gebührenpflichtiges Parken, gelbe für Halteverbot. In vielen Dörfern der Tramuntana parkst du am Ortsrand und gehst den Rest zu Fuß. Und denk an Radfahrer: Im Frühjahr sind die Bergstraßen beliebte Trainingsstrecken, überhole nur mit ausreichend Abstand.
Ein letzter Tipp aus der Redaktion von mySpanien: Lass jeden Tag eine Lücke. Ein Markt, der spontan lockt, ein Aussichtspunkt, an dem du länger bleibst, oder ein Nachmittag am Pool machen eine Rundreise oft schöner als ein weiterer Programmpunkt. Wenn du die Route lieber an deine eigenen Wünsche anpassen möchtest, helfen dir unsere Seiten zu Mallorcas Sehenswürdigkeiten und den Stränden der Insel. Allgemeine Hinweise für längere Touren durch Spanien stehen im Ratgeber zum Spanien-Roadtrip.
Häufige Fragen zum Mallorca-Roadtrip
Wie viele Tage brauche ich für einen Roadtrip über Mallorca?
Für einen entspannten Eindruck von Stadt, Bergen und Küste sind sieben Tage gut. Mit fünf Tagen geht es auch, dann solltest du dich auf zwei Regionen beschränken. Wer zusätzlich den Südosten sehen will, plant besser zehn Tage ein.
Ist die Ma-10 schwierig zu fahren?
Sie ist gut ausgebaut, aber eng und kurvig, mit vielen Radfahrern und Bussen. Wer ruhig fährt und Pausen einplant kommt gut zurecht. Für Fahranfänger ist sie anspruchsvoller als die Straßen im Flachland.
Kann ich zum Leuchtturm von Formentor mit dem Auto fahren?
Außerhalb der Sommersaison in der Regel ja. In der Saison ist die Zufahrt tagsüber für Privatautos gesperrt, dann nimmst du den Bus der TIB. Prüfe die aktuellen Regeln der Inselverwaltung vor deiner Reise.
Quellen und offizielle Informationen
- Palma: what to see, spain.info, abgerufen am 24. Oktober 2026
- Sóller: what to see, spain.info, abgerufen am 24. Oktober 2026
- Alcúdia: what to see, spain.info, abgerufen am 24. Oktober 2026
- Santanyí, Illes Balears, offizielles Tourismusportal, abgerufen am 24. Oktober 2026
- Ferrocarril de Sóller, Ferrocarril de Sóller, abgerufen am 24. Oktober 2026
- Maßnahmen zur Zufahrt zum Leuchtturm von Formentor (Pressemitteilung 2022), Consell de Mallorca, abgerufen am 24. Oktober 2026
- Mietwagen in einem anderen EU-Land, Your Europe, Europäische Union, abgerufen am 24. Oktober 2026
Bildnachweise: Fotos: Gherardo Sava, Fabian S. / Unsplash; weitere Bilder: KI-generiert.

