Mallorca · Strände

Mallorcas Strände und Buchten im Vergleich

Mallorca hat lange Sandstrände, winzige Felsbuchten und Kiesstrände unter steilen Bergen. Welcher Strand zu dir passt, hängt weniger von Ranglisten ab als von ein paar praktischen Fragen: Wie kommst du hin, was erwartet dich unter den Füßen und was gibt es vor Ort? Dieser Vergleich sortiert die bekannten Strandgebiete der Insel nach genau diesen Kriterien.

Von der mySpanien Redaktion Aktualisiert am

Felsige Bucht mit türkisfarbenem Wasser und Pinien an den Klippen
Felsbucht mit Pinien und hellem Sand: typisch für viele Calas, aber nicht für alle Strände der Insel.

Auf einen Blick

  • Lange, flache Sandstrände findest du vor allem im Norden und Süden, kleine Felsbuchten im Osten und Südosten.
  • Naturstrände wie Es Trenc oder Mondragó haben wenig Infrastruktur, dafür gebührenpflichtige Parkplätze und Schutzregeln.
  • Für Familien zählen Fußweg, Schatten, Toiletten und Aufsicht mehr als das Foto vom türkisfarbenen Wasser.
  • Flaggen, Wellengang und Hinweise vor Ort haben immer Vorrang vor jeder Beschreibung.

Welcher Strandtyp passt zu deinem Tag?

Bevor du dir einen bestimmten Strand aussuchst, lohnt sich ein Blick auf die drei Grundtypen, die es auf Mallorca gibt. Die langen Sandstrände in den großen Buchten im Norden und an der Bucht von Palma sind flach, breit und meist gut erschlossen. Hier findest du auch an vollen Tagen einen Platz, kannst lange am Wasser spazieren und hast Restaurants in der Nähe. Die kleinen Buchten, die Calas, liegen vor allem an der Ost- und Südostküste. Sie sind oft von Felsen und Pinien eingefasst, das Wasser ist sehr klar, der Platz aber begrenzt. Und schließlich gibt es an der Westküste unter der Serra de Tramuntana Strände mit Kies oder groben Steinen, an denen das Baden eher Nebensache ist und die Landschaft im Vordergrund steht.

Wichtig ist: Das Wort Cala sagt nur, dass es sich um eine kleine Bucht handelt. Es verrät nichts über feinen Sand oder einen flachen Einstieg. Mehr dazu erklärt das Glossar zum Begriff Cala. Plane deinen Strandtag deshalb nach deinem Tagesplan: Für einen ganzen Tag mit Kindern taugt ein langer Sandstrand mit Infrastruktur meist besser, für ein paar Stunden Schnorcheln eine ruhige Felsbucht.

Der Süden: Es Trenc und flache Naturstrände

Es Trenc in der Gemeinde Campos ist laut Tourismusagentur der Balearen fast zwei Kilometer lang und über zwanzig Meter breit. Er hat feinen Sand und flaches Wasser und gehört zum Schutzgebiet Es Trenc-Salobrar de Campos, das auch die nahen Salzseen umfasst. Die balearische Tourismusagentur beschreibt ihn als letzten unbebauten großen Sandstrand der Insel. Das bedeutet auch: Hotels stehen hier nicht direkt am Strand, die Infrastruktur ist begrenzt.

Zufahrt und Parkplatz sind ausgeschildert, das Parken kostet Gebühren. Es gibt außerdem eine Busverbindung, deren Fahrplan du für deinen Reisezeitraum prüfen solltest. Hinter dem Strand liegen Dünen die geschützt sind. Bleib auf den markierten Wegen, denn die Dünen halten den sand und sind Lebensraum für Pflanzen, die Trittschäden nur schwer verkraften. Schatten gibt es kaum. Ein Sonnenschirm, ausreichend Wasser und etwas zu essen gehören deshalb in die tasche. Laut Tourismusagentur ist an Teilen des Strandes auch Baden ohne Badekleidung üblich.

Der Südosten: Mondragó und die kleinen Calas

Im Naturpark Mondragó liegen zwei bekannte Strände: S’Amarador und Sa Font de n’Alis. Zusammen bilden sie die Bucht Cala Mondragó. S’Amarador ist etwa 145 Meter lang und hat feinen weißen Sand, flaches Wasser und an den Seiten Felsen und Seegras. Außer einer kleinen Strandbar gibt es kein Gebäude. Ein Küstenweg von rund 400 Metern verbindet die beiden Strände. Der Park selbst ist kostenlos, die beiden Parkplätze sind gebührenpflichtig, am Parkplatz Ses Fonts de n’Alis gibt es ein Besucherzentrum, im Park zudem Erholungsbereiche mit Toiletten.

Rund um Cala d’Or, Portopetro und Cala Figuera reihen sich weitere kleine Buchten aneinander. Sie sind schön, im Sommer aber schnell voll. Gerade die bekanntesten Calas haben kaum Platz, schmale Zufahrten und wenige Parkplätze. Wenn eine Bucht überfüllt ist lohnt es sich, eine weniger bekannte daneben zu suchen oder später am nachmittag wiederzukommen. Wie es sich in diesem Teil der Insel wohnt, beschreiben wir auf unserer Seite zu Cala d’Or und dem Südosten.

Bucht mit kleinem Sandstrand und Pinien an den Felsen
Kleine Buchten haben oft nur einen schmalen Sandstreifen. Früh am Tag ist dort am meisten Platz.

Der Norden und Nordosten: lange Sandstrände und Formentor

Die Bucht von Alcúdia hat die längsten Sandstrände der Insel. Die Platja d’Alcúdia ist über drei Kilometer lang, die anschließende Platja de Muro gut fünf Kilometer. Beide haben feinen Sand und flaches, klares Wasser. In der Saison sind an mehreren Abschnitten Rettungsschwimmer im Einsatz, es gibt Liegen, Schirme und Holzstege für den barrierearmen Zugang. Der Abschnitt Es Comú an der Platja de Muro steht unter Naturschutz und ist unbebaut. Mehr zur Gegend und zur Wahl der Unterkunft liest du auf unserer Seite über Alcúdia und Port d’Alcúdia.

Auf der Halbinsel Formentor liegt ein langer Sandstrand, an dem Pinien bis fast ans Wasser reichen. Die Zufahrt über eine kurvige Bergstraße wird in der Saison von der Verkehrsbehörde DGT geregelt. 2026 gilt das vom 15. Mai bis 18. Oktober zwischen 10 und 22 Uhr: Zum Strandparkplatz kommst du nur, solange er nicht belegt ist. Alternativen sind der Bus der Linie 334 und im Sommer Boote ab Port de Pollença oder Port d’Alcúdia.

Im Nordosten bei Capdepera liegt die Cala Agulla. Sie ist etwa 600 Meter lang, hat sehr feinen hellen Sand, wird von Pinienwald gesäumt und bietet im Sommer Rettungsschwimmer, Liegen und einen abgegrenzten Bereich für Wassersport.

Der Westen: Port de Sóller und die Tramuntana-Küste

An der Westküste sind Strände seltener, weil die Berge der Serra de Tramuntana steil ins Meer fallen. Eine Ausnahme ist der Strand im Hafenort Port de Sóller. Er ist etwa 800 Meter lang und besteht aus Sand und feinem Kies. Es gibt Duschen, eine Strandaufsicht, Flaggen und Holzstege. Restaurants liegen direkt am Hafen. Viele kommen mit der historischen Straßenbahn aus Sóller. Port de Sóller ist damit eher ein Ort für Strand und Hafenleben in einer Bergkulisse als für lange Badetage in Ruhe, wie unsere Seite zu Port de Sóller zeigt.

Weitere Buchten an der Westküste sind oft steinig und nur über steile Wege oder Treppen erreichbar. Badeschuhe sind dort hilfreich und bei Wellengang solltest du auf das baden verzichten. Rund um Palma gibt es dagegen breite Stadtstrände, die mit Bus erreichbar sind und sich für einen halben Tag zwischen Stadtbesuch und Meer eignen.

Die Strandgebiete im Vergleich

Die folgende Tabelle ist eine redaktionelle Einordnung von mySpanien und fasst Mallorcas wichtigste Strandgebiete zusammen. Angaben zu Länge und Ausstattung stammen von der Tourismusagentur der Balearen und können sich ändern. Wassertiefen und Badebedingungen prüfst du immer vor Ort.

Redaktionelle Einordnung: Strandgebiete auf Mallorca
StrandgebietLandschaftAnreise prüfenInfrastruktur prüfen
Bucht von Alcúdia und MuroSehr lange Sandstrände, flach, teils NaturschutzBus entlang der Küste, viele Unterkünfte in LaufnäheAufsicht in der Saison, Liegen, Holzstege, Restaurants
FormentorSandstrand mit Pinien in BerglageSaisonale Zufahrtsregeln, Bus 334, Boote im SommerKleine Bar, Liegen, Parkplatz begrenzt
Cala AgullaFeiner Sand, PinienwaldAuto mit Parkplatz, sonst über Cala RajadaAufsicht und Liegen im Sommer
MondragóZwei kleine Naturstrände im NaturparkGebührenpflichtige Parkplätze, kurzer FußwegStrandbar, Toiletten im Parkbereich
Calas um Cala d’OrKleine Felsbuchten, wenig SandZu Fuß aus dem Ort, sonst AutoJe nach Bucht sehr unterschiedlich
Es TrencLanger Naturstrand mit DünenGebührenpflichtiger Parkplatz, Bus prüfenWenig Schatten, kaum Gebäude
Port de SóllerSand und Kies im HafenortStraßenbahn aus Sóller, BusDuschen, Aufsicht, Restaurants am Hafen

Strandwahl mit Kindern und eingeschränkter Mobilität

Ob ein Strand für Familien taugt hängt von mehreren einzelnen Punkten ab, die du getrennt prüfen solltest. Wie lang ist der Weg vom Parkplatz oder der Unterkunft und gibt es Stufen? Ist der Einstieg ins Wasser flach und sandig oder felsig? Gibt es Schatten, Toiletten und eine Aufsicht in der Saison? Bekommst du vor Ort etwas zu trinken, oder musst du alles mitbringen?

Lange Sandstrände wie die in der Bucht von Alcúdia erfüllen viele dieser Punkte. Naturstrände wie Es Trenc oder S’Amarador sind schön verlangen aber mehr Vorbereitung. Kleine Calas können für Kleinkinder anstrengend sein wenn der Weg steil ist oder der Einstieg aus Felsen besteht. Holzstege für Rollstühle und Kinderwagen gibt es an mehreren großen Stränden, aber längst nicht überall. Weitere Tipps für Ferien mit Kindern sammeln wir im Ratgeber Spanien mit Kindern.

Vor Ort entscheiden: Flaggen und Hinweise

Keine Beschreibung ersetzt den Blick auf die Bedingungen am Tag selbst. An bewachten Stränden zeigen Flaggen, ob Baden erlaubt ist: Grün steht für normale Bedingungen, Gelb für Vorsicht und Rot für ein Badeverbot. Halte dich an die hinweise der Rettungsschwimmer. Auch an ruhig wirkenden Buchten können Strömungen oder Wellen gefährlich werden, besonders bei auflandigem Wind.

Eine Auszeichnung wie die Blaue Flagge zeigt, dass ein Strand bestimmte Kriterien zu Wasserqualität, Umweltmanagement, Information und Service erfüllt. Eine Garantie für sicheres Baden ist sie nicht. Gelegentlich werden Strände wegen Quallen, Wasserqualität oder nach Unwetter vorübergehend gesperrt. Die Wettervorhersage für Strände und aktuelle Warnungen veröffentlicht der spanische Wetterdienst AEMET. Wann das Wasser angenehm warm ist und wann die Saison an den Stränden beginnt, erklären wir im Ratgeber zur besten Reisezeit für Mallorca.

Häufige Fragen zu Mallorcas Stränden

Welche Strände erreiche ich ohne langen Fußweg?

Die großen Strände in der Bucht von Alcúdia, der Strand von Port de Sóller und die Stadtstrände rund um Palma liegen direkt an Promenaden und Bushaltestellen. Bei Naturstränden wie Es Trenc oder in Mondragó gehst du vom Parkplatz aus einige Minuten, bei manchen Calas auch über Treppen oder steile Wege.

Ist jede Cala für Kinder geeignet?

Nein. Manche Calas haben flachen Sand, andere einen felsigen Einstieg, steile Zugänge und keinerlei Infrastruktur. Prüfe vorher Weg, Einstieg und Schatten. Für lange Strandtage mit kleinen Kindern sind die großen Sandstrände meist entspannter.

Was muss ich in geschützten Dünen beachten?

Bleib auf den markierten Wegen, setz dich nicht in die Dünen und nimm keine Pflanzen, keinen Sand und keine Muscheln mit. Lass keinen Müll zurück. In Naturparks gelten teils weitere Regeln, die vor Ort ausgeschildert sind.

Quellen und offizielle Informationen

  1. Beach Es Trenc, Illes Balears, Agència d’Estratègia Turística, abgerufen am 24. Oktober 2026
  2. Beach S’Amarador, Illes Balears, Agència d’Estratègia Turística, abgerufen am 24. Oktober 2026
  3. Nature park Mondragó, Illes Balears, Agència d’Estratègia Turística, abgerufen am 24. Oktober 2026
  4. Beach Alcúdia, Illes Balears, Agència d’Estratègia Turística, abgerufen am 24. Oktober 2026
  5. Beach Muro, Illes Balears, Agència d’Estratègia Turística, abgerufen am 24. Oktober 2026
  6. Beach Cala Agulla, Illes Balears, Agència d’Estratègia Turística, abgerufen am 24. Oktober 2026
  7. Beach Formentor, Illes Balears, Agència d’Estratègia Turística, abgerufen am 24. Oktober 2026
  8. Beach Port de Sóller, Illes Balears, Agència d’Estratègia Turística, abgerufen am 24. Oktober 2026
  9. Regulación del tráfico en el acceso al faro de Formentor, Dirección General de Tráfico (DGT), abgerufen am 24. Oktober 2026
  10. Our Programme, Blue Flag, Foundation for Environmental Education, abgerufen am 24. Oktober 2026
  11. cala, Diccionario de la lengua española, Real Academia Española, abgerufen am 24. Oktober 2026

Bildnachweise: Fotos: Reiseuhu, Artem Zhukov / Unsplash.

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