Asturien · Ostküste

Llanes zwischen Steilküste und Picos de Europa

Llanes ist ein alter Hafenort im Osten Asturiens. Hinter den Dächern steigen grüne Hänge an, vor der Stadt bricht die Küste in Felsen, kleine Buchten und Sandstrände auf. Hier liest du, was die Altstadt und der Hafen zu bieten haben, welche Strände sich lohnen, wo die Bufones fauchen und wie gut Llanes als Basis für die Picos de Europa taugt.

Von der mySpanien Redaktion Aktualisiert am

Boote im Hafen von Llanes vor der Altstadt und den Bergen
Hafen von Llanes mit den Bergen im Hintergrund

Auf einen Blick

  • Llanes hat eine geschützte Altstadt mit Resten der Stadtmauer, einem Wehrturm und der Basilika Santa María.
  • Am Hafen stehen die Cubos de la Memoria des baskischen Künstlers Agustín Ibarrola, über der Stadt verläuft der Paseo de San Pedro.
  • Die Gemeinde zählt rund 28 Strände, darunter die Binnenbucht Gulpiyuri und die Strände Toró und Torimbia.
  • Für die Picos de Europa ist Llanes eine Basis mit Meer, für reine Bergtage liegen andere Orte näher.

Wo Llanes liegt und was den Ort prägt

Llanes liegt im Osten Asturiens direkt am Kantabrischen Meer. Das Land steigt hinter der Küste schnell an und im Süden ziehen sich die Kalkberge der Picos de Europa entlang. Das asturische Tourismusportal fasst den Ort mit wenigen Stichworten zusammen: Seefahrertradition, Indianos, Filmleute, Strände und Berge mit Blick auf die Picos. Genau diese Mischung macht Llanes aus. Du hast einen echten Hafen, eine kleine Altstadt, eine zerklüftete Steilküste und dutzende Strände in der Umgebung.

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Die Geschichte reicht weit zurück. Laut Gemeinde wurde Llanes in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts unter König Alfonso IX. eigenständig. Aus dieser Zeit stammen die wichtigsten Bauten, also die Stadtmauer, der große Wehrturm und die Basilika Santa María. Die Altstadt steht heute als historisch-künstlerisches Ensemble unter Schutz. Der Ort ist kompakt, die meisten Wege erledigst du zu Fuß.

Altstadt, Indianos und der Paseo de San Pedro

Bei einem Bummel durch das Zentrum stößt du auf Reste der mittelalterlichen Mauer, den Wehrturm und die Basilika Santa María. Dazwischen liegen Plätze mit Cafés und kleine Läden. Für einen ersten eindruck reicht ein Vormittag.

Ein zweites Kapitel der Stadtgeschichte erzählen die Häuser der Indianos. So heißen in Asturien die Auswanderer, die in Amerika zu Geld kamen und nach ihrer Rückkehr repräsentative Villen bauten. Die Gemeinde hebt diese Häuser ausdrücklich hervor. Sie stehen nicht in einem abgeschlossenen Viertel, sondern verteilen sich über den Ort und die Dörfer der Umgebung.

Der schönste Blick auf Llanes beginnt am Paseo de San Pedro. Die Promenade stammt laut Gemeinde aus dem Jahr 1847 und führt oben an der Klippe entlang. Von dort siehst du über die Dächer der Stadt, auf die Berge und die Küste. Bei starkem Wind ist es hier oben ungemütlich. An einem ruhigen Abend gehört der Weg zu den Plätzen, an denen du am längsten bleiben wirst.

Der Hafen und die Cubos de la Memoria

Zwischen dem 15. und dem 18. Jahrhundert war Llanes ein wichtiger Fischereihafen. Die Gemeinde nennt Wale, Sardinen und Kabeljau als traditionelle Fänge, dazu kam der Handel mit Salz. Heute ist der hafen eher für Kultur und Kunst bekannt als für große Fangflotten. Fischerboote liegen hier trotzdem noch.

Das Wahrzeichen des Hafens sind die Cubos de la Memoria, auf Deutsch die Würfel der Erinnerung. Das Kunstwerk stammt vom baskischen Künstler Agustín Ibarrola. Laut Gemeinde ist es einer der Hauptgründe, warum der Hafen heute für Kunst steht. Geh am besten bei ruhigem Wetter hin, bei hohem Wellengang hältst du an der Hafenmauer besser Abstand.

Ein kleines Detail für Filmfans: Laut Gemeinde wurde im Hafen 1941 der Film „Porque te vi llorar“ gedreht. Er ist Teil einer Filmroute, mit der Llanes auf die vielen Dreharbeiten im Ort hinweist.

Strände rund um Llanes

Die Gemeinde listet 29 Einträge in ihrem Strandverzeichnis. Palombina und Las Cámaras gelten dabei als ein zusammenhängender Strand, also sind es rund 28. Die meisten davon sind keine kilometerlangen Badestrände, sondern Buchten zwischen Felsen, manche nur zu Fuß erreichbar. Bei Flut werden viele davon deutlich kleiner. Allgemeine Tipps zur Wahl des passenden Strandes findest du in unserem Ratgeber zu Spaniens Stränden.

Die Stadtstrände

Direkt im Ort liegt El Sablón. Die Gemeinde nennt ihn den Hauptstrand von Llanes, er ist rund 100 Meter lang, hat feinen Sand und ruhiges Wasser in einem halbrunden Becken. Ergänzt wird er von Puertu Chicu, einem rund 150 Meter langen Strand am Ende des Paseo de San Antón. Beide sind praktisch, wenn du nur kurz ins Wasser willst. Im Hochsommer wird es auf so kleinen Flächen aber schnell eng.

Toró, Torimbia und Gulpiyuri

Toró ist rund 220 Meter lang, hat die Form einer Muschel und trägt laut Gemeinde das Qualitätssiegel Q. Die Gemeinde nennt ihn einen Strand von besonders spektakulärer Schönheit.

Torimbia gilt für die Gemeinde als einer der schönsten Strände an der Küste von Llanes. Er ist seit den 1960er Jahren auch als FKK-Strand beliebt. Der Zugang führt über das Dorf Niembro und dann zu Fuß Richtung Kap Prieto.

Gulpiyuri ist eine Besonderheit. Die kleine Bucht liegt landeinwärts und ist durch Felsen vom offenen Meer getrennt. Du badest also im Salzwasser, ohne das Meer zu sehen. Laut Gemeinde ist der halbmondförmige Strand nur etwa 40 Meter lang und als Naturdenkmal geschützt. Autos sind nicht erlaubt, du gehst das letzte Stück zu Fuß. Bei Flut verschwindet der Sand fast ganz, mit einsetzender Ebbe läuft das Wasser ab. Schau dir deshalb vorher die Gezeiten an.

Bufones und Wege an der Küste

An der Küste von Llanes gibt es eine Erscheinung, die viele zum ersten Mal sehen: die Bufones. Das Tourismusportal erklärt sie als Fontänen, die bei Sturm entstehen, wenn eine Welle mit Wucht in einen Schlot im Fels drückt. Das Wasser schießt dann oben aus dem Boden, oft mit einem lauten Fauchen. Die Bufones de Arenillas sind als Naturdenkmal geschützt.

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Bei ruhiger See passiert dort wenig. Spannend wird es bei kräftiger Dünung. Genau dann ist aber auch Vorsicht nötig. Halte Abstand zu den Öffnungen, bleib auf festen Wegen und pass auf Kinder auf. Der Fels ist nass und rutschig, Wasserstöße kommen ohne Vorwarnung.

Wer gern läuft findet an der Küste mehrere Wege. Das Tourismusportal beschreibt einen Küstenweg von Pendueles bis in den Ort Llanes und nennt außerdem den Camín Encantáu und die Ruta de los Colores. Aktuelle Längen und Zustände erfährst du in der Tourist-Info vor Ort. Grundsätzliches zu Ausrüstung und Wetter steht in unserem Beitrag zum Wandern in Spanien.

Llanes als Basis für die Picos de Europa

Der große Vorteil von Llanes ist die Nähe von Meer und Gebirge. Morgens Strand, nachmittags ein Ausflug in die Berge oder umgekehrt, je nach Wetter. Unsere Seite zum Nationalpark Picos de Europa erklärt, wie die drei Seiten des Gebirges funktionieren und wo die bekannten Wege starten.

Ehrlich gesagt ist Llanes aber nicht der Ort, den du für viele reine Bergtage wählen solltest. Ausgangsorte wie Cangas de Onís oder die Dörfer in Cabrales liegen näher an Covadonga und an der Cares-Schlucht. Llanes passt eher zu dir, wenn das Meer im Mittelpunkt steht und du ein oder zwei Tage in die Berge fahren willst. Ein Vorschlag von mySpanien: wohne am Meer, plane einen Bergtag bei stabilem Wetter und halte einen zweiten als Reserve frei.

Für die Ausflüge brauchst du in der praxis ein Auto. Was du bei Kaution, Versicherung und Tankregel beachten solltest steht in unserem Ratgeber zum Mietwagen. Entlang der asturischen Küste fährt außerdem eine gemächliche Schmalspurbahn. Welche Halte und Zeiten aktuell gelten prüfst du am besten direkt im Fahrplan von Renfe.

Wetter und Reisezeit ohne Schönfärberei

Das Grün rund um Llanes hat einen Preis. Regen gehört an dieser Küste dazu, auch im Sommer. Dafür bleibt es im Juli und August meist angenehm mild, während im Süden Spaniens die Hitze drückt. Plane jeden Tag mit einer Alternative. Wenn die Wolken an den Bergen hängen ist ein Tag in der Altstadt und am Hafen die bessere Wahl.

Im hochsommer ist Llanes voll. Unterkünfte in Strandnähe sind früh vergeben, Parkplätze im Zentrum knapp. Außerhalb der Ferien ist es spürbar ruhiger. Im Frühjahr und Herbst musst du mit mehr Regen rechnen, hast die Wege aber eher für dich. Packe in jedem fall eine Regenjacke und Schuhe mit gutem Profil ein.

Llanes feiert mehrere Feste, die das Tourismusportal nennt, darunter die Feste zur Virgen de Guía, zu San Roque und zu Santa María Magdalena. In diesen Tagen ist der Ort besonders lebendig und die Unterkünfte sind gefragt. Die genauen Termine erfährst du bei der Tourist-Info.

Für wen Llanes passt

Llanes passt zu dir, wenn du einen Ort mit eigenem Leben suchst, in dem du abends zu Fuß essen gehst und tagsüber kleine Strände, Küstenwege und Berge kombinierst. Familien finden an den Stadtstränden ruhiges Wasser, Paare die Ausblicke vom Paseo de San Pedro. Wenig Freude hast du, wenn du verlässlich Sonne, warmes Wasser und lange Sandstrände erwartest. Dafür bist du am Mittelmeer besser aufgehoben.

Wer ländlicher wohnen möchte sucht sich ein Haus in einem der Dörfer zwischen Küste und Bergen. Was hinter dem Begriff steckt, erklärt unser Glossar zur Casa rural als Unterkunft. Mit Auto bist du dann in wenigen Minuten im Ort oder an einem der Strände.

Häufige Fragen zu Llanes

Kann man in Gulpiyuri baden?

Ja, das Wasser ist Meerwasser, das durch die Felsen hereinkommt. Bei Flut ist vom Strand aber kaum noch etwas zu sehen. Am besten gehst du hin, wenn die Ebbe einsetzt.

Wann sieht man die Bufones?

Nur bei bewegter See, wenn kräftige Wellen in die Felsschlote drücken. Bei glattem Meer bleibt es still. Halte bei starker Brandung immer Abstand.

Wie viele Tage sollte ich für Llanes einplanen?

Für Altstadt, Hafen und einen Strand reicht ein Tag. Mit Küstenwegen und einem Ausflug in die Picos de Europa sind drei bis fünf Tage sinnvoll.

Brauche ich in Llanes ein Auto?

Im Ort nicht. Für die Strände außerhalb, die Bufones und die Berge ist ein Auto aber die einfachste Lösung.

Llanes ist kein Badeort für Sonnengarantie, sondern ein lebendiger Hafenort mit Steilküste, Geschichte und Bergen im Rücken. Weitere Orte und Ideen für die Region findest du in unserer Übersicht zu Asturien.

Steinhaus auf einer Wiese vor den Bergen der Picos de Europa

Zwischen Meer und Bergen wohnen

Ob Ferienwohnung am Hafen oder ein Landhaus im Hinterland: In Llanes entscheidet die Lage, wie du deine Tage einteilst. Auf unserer Angebotsseite siehst du, worauf es beim Vergleich ankommt.

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