Festland · Asturien

Asturien für Küstenorte und grüne Berge

Asturien ist das Spanien der grünen Weiden, steilen Küsten und hohen Berge. Zwischen dem Kantabrischen Meer und den Picos de Europa liegen Städte mit eigenem Charakter, Fischerorte an steilen Hängen und eine Esskultur, in der Sidra eine große Rolle spielt. Hier erfährst du, wie du einen Asturien-Urlaub nach Küste, Stadt oder Bergen planst und warum das Wetter dabei mitreden darf.

Von der mySpanien Redaktion Aktualisiert am

Bunte Häuser des Fischerorts Cudillero in Asturien über dem Hafen
Bunte Häuser über dem Hafen von Cudillero an der asturischen Küste.

Auf einen Blick

  • Asturien verbindet über 400 Kilometer Küste, drei Städte mit unterschiedlichem Charakter und das Hochgebirge der Picos de Europa.
  • Entscheide zuerst den Schwerpunkt: Küste, Städte oder Berge, dann die Basis.
  • Das Wetter wechselt schnell, für Bergtage brauchst du immer einen Ersatzplan.
  • Zur Seenzufahrt von Covadonga gelten zeitweise Beschränkungen für Autos, Termine veröffentlicht die Tourismusbehörde.

Küste, Städte oder Berge?

Asturien ist nicht groß, aber die Region vereint drei sehr verschiedene Arten zu reisen. An der Küste, die oft Costa Verde genannt wird, reihen sich Strände, Steilküsten und Fischerorte. Der Name ist eine touristische Bezeichnung wie viele andere Costas in Spanien. Im Landesinneren liegen die Städte Oviedo, Gijón und Avilés, die in kurzer Zeit erreichbar sind. Und im Osten steigen die Picos de Europa steil auf, ein Hochgebirge, das sich Asturien mit Kantabrien und Kastilien und León teilt.

Bevor du eine Unterkunft suchst, lohnt sich deshalb die Frage, was im Mittelpunkt stehen soll. Wer vor allem wandern möchte, wohnt am Rand der Berge. Wer gern durch Altstädte bummelt und abends essen geht, ist in einer Stadt besser aufgehoben. Wer Strand und kleine Häfen sucht, wählt einen Küstenort. Ein Asturien-Urlaub wird entspannter, wenn du dich auf zwei dieser Schwerpunkte konzentrierst und nicht alle drei jeden Tag unterbringen willst.

Oviedo, Gijón und Avilés im Vergleich

Oviedo ist die Hauptstadt Asturiens und wirkt aufgeräumt und bürgerlich. Rund um die Stadt stehen die präromanischen Kirchen wie Santa María del Naranco, San Miguel de Lillo und San Julián de los Prados, die zum Welterbe der UNESCO gehören. Oviedo eignet sich als Basis, wenn du Kultur, Ruhe und kurze wege in der Altstadt suchst.

Gijón liegt direkt am Meer und ist größer und lebendiger. Das alte Fischerviertel Cimadevilla liegt auf einer Halbinsel, davor erstreckt sich ein Stadtstrand. Gijón passt zu Menschen, die Stadt und Meer verbinden wollen. Avilés ist kleiner, liegt an einer Flussmündung und hat eine sehenswerte Altstadt. Für einen tagesausflug ist Avilés gut geeignet, als Basis eher für alle, die es ruhig mögen. Alle drei Städte liegen nah beieinander, sodass du von einer Basis aus die anderen besuchen kannst, ohne die Unterkunft zu wechseln.

Ein Aufenthalt an der Küste

Laut offiziellem Tourismusportal hat Asturien über 400 Kilometer Küste. Bekannte Orte sind Cudillero im Westen, dessen bunte Häuser sich steil über den Hafen ziehen und Llanes im Osten mit einem Hafen, einer kleinen Altstadt und vielen Stränden in der Umgebung. Dazwischen liegen Buchten, Klippen und Küstenwege, die sich gut für kürzere Wanderungen eignen.

Für einen Küstenaufenthalt sind drei Dinge wichtig. Der Ort sollte zu deinem Rhythmus passen, denn manche Fischerorte sind abends sehr ruhig und haben wenig Parkplätze. Der Strandzugang ist nicht überall bequem, manche Strände liegen unterhalb steiler Wege. Und du brauchst eine Regenalternative. Das Kantabrische Meer ist kühl und Badetage hängen stark vom Wetter ab. Wenn es regnet lohnen sich ein Ausflug in eine der Städte, ein Museum oder ein langes Essen in einer Sidrería.

Die Strände selbst sind sehr unterschiedlich. Neben langen Sandstränden in offenen Buchten gibt es kleine Strände zwischen Felsen, die bei Flut fast verschwinden und Abschnitte, an denen Wind und Brandung kräftig sind. Das Meer verändert sich mit den Gezeiten spürbar, deshalb lohnt ein Blick auf die Hinweise vor Ort, bevor du dich für einen Platz entscheidest. Achte auf die Flaggen und bade bei unruhiger See lieber an bewachten Stränden.

Die Sidra gehört zur asturischen Esskultur wie kaum etwas anderes. In vielen Lokalen wird der Apfelwein aus der Höhe eingeschenkt damit er Luft bekommt. Dazu passen gerichte wie Fabada, ein Bohneneintopf und Käse aus der Region, etwa der Cabrales aus den Bergen. Wer Lust auf regionale Küche hat findet in Asturien viele einfache Lokale, die eher kräftig als fein kochen.

Die Picos de Europa

Die Picos de Europa sind ein Nationalpark und eines der wichtigsten Gebirge Nordspaniens. Spain.info beschreibt ihn als Beispiel für das atlantische Ökosystem, in dem auch Braunbären und Iberische Wölfe leben. Auf asturischer Seite sind Cangas de Onís und Cabrales wichtige Ausgangsorte. Zu den bekanntesten Zielen gehören das Heiligtum von Covadonga, die Seen von Covadonga oberhalb davon und die Ruta del Cares, ein Wanderweg durch eine tiefe Schlucht.

Wichtig ist, Tourenkönnen und Zugänge ehrlich zu prüfen, bevor du dich von Panoramafotos leiten lässt. Viele wege sind lang, steil und ausgesetzt. Das Wetter kann im Gebirge schnell umschlagen, Nebel macht Orientierung schwierig. Für die Zufahrt zu den Seen von Covadonga gelten in bestimmten Zeiträumen Beschränkungen für Privatautos. Dann fährst du mit dem Bus hinauf. Die konkreten Termine, Fahrpläne und Preise veröffentlicht Turismo Asturias auf einer eigenen Seite und sie ändern sich von Jahr zu Jahr. Prüfe sie vor der Reise, statt dich auf ältere Angaben zu verlassen.

Wer nicht im Hochgebirge wandern möchte findet trotzdem genug zu tun. Aussichtspunkte, kurze Wege an den Seen und die Dörfer am Rand des Parks lassen sich mit wenig Aufwand erleben. Weitere Ideen für Touren in ganz Spanien findest du in unserem Ratgeber zum Wandern in Spanien.

Unterwegs in Asturien

Zwischen Oviedo, Gijón und Avilés kommst du mit Bus und Bahn gut voran. Entlang der Küste fährt außerdem eine Schmalspurbahn, die eher gemächlich unterwegs ist und sich mehr für Ausflüge als für schnelle Verbindungen eignet. Für die Berge, kleine Küstenorte und Aussichtspunkte ist ein Mietwagen aber meist die praktischere Wahl. Viele Ziele liegen abseits regelmäßiger Linien und Busse fahren auf dem Land seltener.

Rechne auf kurvigen straßen mit mehr Zeit, als ein Routenplaner anzeigt, besonders in den Picos de Europa. In beliebten Orten sind Parkplätze im Sommer knapp. Plane Bergtage früh am Morgen und halte für den Nachmittag eine ruhigere Option bereit. Für die Anreise nach Asturien kommen der Flughafen der Region, Züge aus Madrid oder eine Fahrt mit dem Auto über den Norden in Frage. Mehr dazu erklärt der Ratgeber zur Anreise nach Spanien.

Eine Woche mit Luft

Für sieben Tage empfiehlt sich eine Aufteilung in zwei Basen. So musst du nicht jeden Abend packen und kannst auf das Wetter reagieren. Die folgende Tabelle zeigt, welche Basis zu welchem Schwerpunkt passt und was du tust, wenn es regnet.

Redaktionelle Einordnung: Basen in Asturien
BasisPassende AktivitätenWetteralternative
Stadtbasis Oviedo oder GijónAltstädte, Präromanik, Stadtstrand, SidreríasMuseen, Markthallen, Ausflug in die Nachbarstadt
Küstenbasis Llanes oder CudilleroStrände, Küstenwege, HäfenFahrt in eine Stadt, kurze Wege im Ort
Gebirgsbasis Cangas de OnísCovadonga, Seen, Wanderungen, KäsedörferHeiligtum, Dörfer im Tal, Käse und Sidra

Eine gute Kombination sind drei Nächte in Oviedo oder Gijón und vier Nächte im Osten, etwa in Llanes oder Cangas de Onís. Von dort sind Küste und Berge gleichermaßen erreichbar. Wer Asturien mit der Nachbarregion verbinden möchte findet auf der Seite über Kantabrien zwischen Küste und Bergen Ideen für den östlichen Teil der Picos de Europa.

Asturien im Jahreslauf

Die grüne Landschaft Asturiens hat einen Grund: Regen gehört hier zum Alltag, auch im Sommer. Gleichzeitig bleibt es im Juli und August meist angenehm mild, während der Süden Spaniens unter Hitze leidet. Deshalb ist der Sommer die beliebteste Reisezeit und Küstenorte wie Llanes oder Cudillero sind dann gut besucht. Unterkünfte in Strandnähe solltest du früh buchen.

Frühling und Herbst sind ruhiger und eignen sich gut für Wanderungen, Städte und Ausflüge in die Berge, wenn du wetterfeste Kleidung dabeihast. Im Winter liegen in den Picos de Europa oft Schnee und Eis, manche Wege und Straßen sind dann nur eingeschränkt nutzbar. Die Städte sind dagegen das ganze Jahr ein Ziel. Wir bei mySpanien raten für Asturien zu einer Planung, die Wetterwechsel aushält: lieber zwei Tage Puffer als ein starres Programm. Die Warnstufen des Wetterdienstes AEMET zeigen dir, wann Wind, Starkregen oder Küstenereignisse zu erwarten sind. Einen Vergleich der Jahreszeiten für ganz Spanien findest du im Ratgeber zur besten Reisezeit.

Häufige Fragen zum Asturien-Urlaub

Welche Stadt eignet sich als Basis?

Oviedo passt zu Kultur und Ruhe, Gijón zu allen, die Stadt und Meer verbinden wollen. Beide liegen zentral, sodass du von dort auch Ausflüge an die Küste machen kannst. Für Berge ist eine zweite Basis im Osten sinnvoll.

Lassen sich Küste und Picos de Europa verbinden?

Ja, besonders im Osten Asturiens. Von Llanes oder Cangas de Onís erreichst du sowohl Strände als auch die Berge. Plane aber nicht beides an einem Tag, sondern wechsle je nach Wetter.

Brauche ich für Bergtage einen Ersatzplan?

Ja. Nebel, Regen und Wind können eine Tour unmöglich machen. Prüfe die Warnungen von AEMET und halte eine Alternative im Tal bereit, etwa einen Dorfbesuch oder ein Museum.

Quellen und offizielle Informationen

  1. Asturias: what to see, spain.info, offizielles Tourismusportal Spaniens, abgerufen am 24. Oktober 2026
  2. Travel guide to Asturias, Turismo Asturias, abgerufen am 24. Oktober 2026
  3. The infinite charm of the Picos de Europa, Turismo Asturias, abgerufen am 24. Oktober 2026
  4. Acceso a los Lagos de Covadonga, Turismo Asturias, abgerufen am 24. Oktober 2026
  5. Interpretación de avisos, AEMET, staatlicher Wetterdienst Spaniens, abgerufen am 24. Oktober 2026

Bildnachweise: Fotos: Miguel Angel Sanz, Maria Bobrova / Unsplash.

Küstenstraße unter steilen grünen Bergen am Atlantik

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